Beruflicher Neuanfang mit Ü30? Meine bisherige Geschichte
Du bist Mama in Elternzeit und plötzlich rückt die Rückkehr in den Job immer näher?
Aber irgendwie passt dein alter Job nicht mehr zu deinem Leben?
Genau so geht es mir auch. Ich möchte mehr – mehr Freiheit, mehr Flexibilität und vor allem einen Job, der wirklich zu meinem Leben als Mama passt.
Deshalb möchte ich nach Ende meiner Elternzeit einen beruflichen Neuanfang starten und mache eine Ausbildung!
Mit 32 Jahren!
Auf diesem Weg möchte ich euch mitnehmen. Heute erzähle ich euch erstmal meine bisherige Geschichte.
Mein Weg nach der Schule – und warum nichts nach Plan lief:
Ich habe ganz klassisch 10 Jahre die Schulbank gedrückt und meinen "durchschnittlichen" 2,3er Realschulabschluss gemacht. Ich wurde für die Oberstufe zugelassen und musste überlegen: Mach ich ABI oder fange ich eine Ausbildung an?
Da ich aber leider noch keine genaue Ahnung hatte, was genau ich beruflich machen möchte, habe ich mich für die Oberstufe entschieden. Und ab da kann man eigentlich sagen das mein nachfolgender beruflicher Werdegang eine reine Achterbahnfahrt und keineswegs "geradeaus und normal" war!
Nach 3 Monaten Oberstufe habe ich mich mit gerade mal 17 Jahren dazu entschieden das Abi abzubrechen und "Arbeiten" zu gehen. Grund dafür war das damals nicht so gute (bzw angespannte) Verhältnis zu meiner Mama und Plan war mit 18 Jahren Zuhause auszuziehen.
Tja und dafür musste ich wohl oder übel Geld verdienen. Kleiner Sidefact: Meine Mama und ich sind mittlerweile die besten Freunde!
Nunja, bei Abbruch hatte ich natürlich noch keinen Ausbildungsplatz und da in Hamburg 11 Jahre Schulpflicht gelten, musste ich zur Überbrückung für ca ein halbes Jahr auf eine Berufsvorbereitungsschule.
1 Jahr nach meinem Realschulabschluss hatte ich dann auch endlich meinen Ausbildungsvertrag in der Hand und habe gestartet.
2 Ausbildungen, 2 Rückschläge und die Gesundheit:
Ja ich habe mich dann "erstmal" für eine Ausbildung im Einzelhandel entschieden mit dem Schwerpunkt: Parfümerie.
Was soll ich sagen, man hat mich damals nach nur 1 Monat innerhalb der Probezeit, natürlich ohne Angabe von Gründen (damit ich mich auch bloß nicht bessern kann) gekündigt. Ich war am Boden zerstört, aber ich habe nicht aufgegeben und hatte relativ schnell den nächsten Ausbildungsvertrag in der Hand: ebenfalls Parfümerie.
Es lief gut, es hat mir Spaß gemacht, in der Berufsschule war ich eine 1er Schülerin und das erste Ausbildungsjahr war noch nicht ganz rum und ich hatte schon die Empfehlung meiner Lehrer in der Tasche meine Ausbildung abzukürzen.
Ich war glücklich, total aus dem Häuschen und war voller Vorfreude meine Ausbildung nach nur 2,5 Jahren zu beenden.
Nunja wie das Leben manchmal so spielt (und auch außere Einflüsse) 1 Jahr vor Ende meiner Ausbildung, musste ich sie leider aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.
Ich war gerade mal 18 Jahre alt und bekam die Diagnose: Depressive Episoden mit Angstattacken die leider auch Psychosomatische Beschwerden ausgelöst haben.
Ich war fast ein ganzes Jahr Zuhause, bekam erstmal Medikamente und habe ewig nach einem Therapieplatz gesucht. Nachdem ich schnell festgestellt habe das die Medikamente meine Persönlichkeit zu stark ändern und ich mich damit nicht wohl gefühlt habe, habe ich (natürlich mit Absprache meines Arztes) die Medikamente wieder abgesetzt.
Lange Rede kurzer Sinn: Als ich dann endlich einen Therapieplatz gefunden habe, der zu mir gepasst hat, ging es mir ganz schnell schon deutlich besser.
Gemeinsam mit meiner Therapeutin habe ich vieles aufgearbeitet, gelernt meine Krankheit zu verstehen und frühzeitig zu handeln, damit ich wunderbar damit leben kann.
Seit über 10 Jahren hatte ich keine Angstattacke mehr und die depressiven Phasen halten sich auf minimalen Level, der mich meinen alltag trotzdem normal bestreiten lässt.
(Über meine beiden Wochenbettphasen sprechen wir ein andern mal ;)).
Ein Job nach dem nächsten:
Als ich endlich wieder fit genug war in die Berufswelt einzusteigen, habe ich mich dazu entschieden keine 3. Ausbildung anzufangen.
Also bin ich dann als Quereinsteiger in den Einzelhandel gegangen. Erstmal nur als Teilzeitkraft, da ich auch immer noch zu meinen Therapiesitzungen musste und natürlich auch schauen musste wie es mir damit geht.
Damals war ich 19 Jahre alt. Und ich hatte in den folgenden 10 Jahren unzählige Arbeitgeber, alle mehr oder weniger im Einzelhandel.
Zwischenzeitlich hatte ich einen befristeten Job im Büro (Einfach um zu testen ob das was für mich ist, Nein auf Dauer auf keinen Fall).
Am längsten habe ich in einer Bäckerei gearbeitet. Dort bin ich auch irgendwann auf Vollzeit hochgegangen und habe mich hochgearbeitet: erst als Schichtleitung, später dann auch als stellvertretende Geschäftsleitung.
Corona und der Traum von Selbstständigkeit:
Corona betraf uns alle, in meinem Fall Gott sei Dank "nur" Kurzarbeit.
Aber hey dadurch hatte ich genug Langeweile und Zeit um mir endlich einen kleinen Traum zu verwirklichen: einen Onlineshop mit Handmade Produkten. Also habe ich ein Gewerbe angemeldet und einfach losgelegt.
Das hat sich dann soweit entwickelt das ich (nach Corona) auch am Wochenende auf Kreativmärkten unterwegs war.
Mein Vollzeitjob beim Bäcker (der nunmal auch auf einem Sonntag geöffnet hat) & meine Selsbtständigkeit waren damit nicht mehr kompatibel. Also bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habe mir einen neuen Job gesucht auf Teilzeit, damit ich mehr Zeit habe für meinen Onlineshop.
Dann wurde ich schwanger.
Und plötzlich hat sich wieder alles verändert.
Mein Fokus lag nicht mehr nur auf Arbeit, Selbstständigkeit oder Karriere – sondern auf meiner neuen Rolle als Mama. Und ganz ehrlich: Nichts hat mein Leben so auf den Kopf gestellt wie das.
Viele meiner Pläne wurden über den Haufen geworfen, neue Gedanken sind dazugekommen und irgendwann stand ich wieder vor der gleichen Frage wie schon so oft:
Was möchte ich eigentlich wirklich?
Genau an diesem Punkt beginnt mein eigentlicher Neuanfang – und der Weg zu meiner Entscheidung, mit 32 Jahren noch einmal eine Ausbildung zu starten.
Aber dazu erzähle ich euch im nächsten Beitrag mehr.
Mich würde aber jetzt schon interessieren:
Wie ging oder geht es euch mit dem Thema Rückkehr in den Job nach der Elternzeit? Habt ihr euren alten Weg weitergemacht oder euch auch für einen Neuanfang entschieden?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit euch.
Eure Chaosmama Lea




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